Drei Begegnungen, ein Festival – und was von Wacken bleibt
- @Nika

- vor 2 Tagen
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Aktualisiert: vor 39 Minuten

Wacken – schon wieder einen Monat her. Und in diesem Jahr habe ich in Wacken so viele Bands gehört, wie noch nie in den Jahren zuvor. Klingt komisch? Ist aber so. Ich bin Monika Bremer, Journalistin. Seit Sommer dieses Jahres schreibe ich für The Metalist – und der Kontakt dafür kam in Wacken zustande.
Denn die letzten 12 Jahre habe ich für Wacken den Metal Battle in Middle East aufgebaut. Angefangen in Kairo, gefolgt von Beirut und Dubai bis hin zu Saudi-Arabien und Bahrain. Nach Israel wurde ich in die Jury eingeladen. Und hätte mir nicht ausgerechnet ein Buchungsfehler meines Reiseportals die Ausreise aus Ägypten nach Tel Aviv verwehrt, dann wäre tatsächlich das passiert, was politisch nicht vorgesehen ist: Die Promoterin für den Metal Battle Nahost sitzt in der Jury in Israel. Aber genau das wollte ich mit dem Metal Battle immer erreichen. Als deutsche Kulturmanagerin, Musiklehrerin und Journalistin für Bands aus Nahost den Weg nach Wacken öffnen und zeigen, dass Musik verbindet und Begegnungen unabhängig von Politik und Herkunft friedlich möglich sind. Und auf dem Campingplatz und Backstage trafen in den letzten Jahren Menschen friedlich aufeinander, deren Länder sich politisch nicht wohlgesonnen sind.
Eine Band aus Nahost hat bislang im Finale noch nie einen der begehrten Top-5-Plätze erreicht. Aber Wacken ist eben mehr, als den Metal Battle zu gewinnen. Dinge und Zeiten ändern sich, und nach meinem Umzug nach Hamburg haben andere die Verantwortung für den Metal Battle in Nahost erhalten. So hatte ich dieses Jahr Zeit, Bands zu hören, auf Partys zu gehen und Wacken anders zu erleben.
Wacken, das sind Main Stages und Headliner. Aber die Geschichten, die in Erinnerung bleiben, spielen sich oft am Rande ab: auf dem Campingplatz, auf einer Party, in der Warteschlange vorm Duschcontainer. Drei davon habe ich vor Ort begleitet.
Given by the Flames – Metal Battle Gewinner aus Japan mit hohem Erwartungsdruck
Mein Zelt stand in diesem Jahr bei meinen ehemaligen Promoter-Kollegen und deren Bands. Jeden Morgen der bange Blick aus dem Zelt – ist alles trocken? Schnell Zähne putzen und unter das Vorzelt des Camper-Vans flitzen, der zu Freunden der japanischen Metal Battle Winner Band „Given by the Flames" (Willian – Gesang, Bandgründer und -leader; Diekey – Gitarre und Gesang; Shima – Gitarre; Noi – Schlagzeug | gothic metalcore) gehört. Meine Aufgabe war das allmorgendliche Kaffee kochen.

Wenn die jungen japanischen Musiker oder ihr Promoter Yutaro aus ihren Zelten krochen, ertönte ein immer fröhlich klingendes Ohaiooooo – Guten Moooooorgen und jeder freute sich über heißen Kaffee. Etwas skeptisch wurde ich angesehen, als ich vorschlug, Bananen oder anderes Obst mit Nutella zu probieren. Zögerlich strich Gitarrist Diekey dann doch irgendwann Nutella auf die Banane und als er es probierte, strahlte er über das ganze Gesicht. Die Kommunikation war manchmal aber etwas schwierig, denn eigentlich sprach nur Willian, der Bandleader, Englisch.
Abseits der Bühne war die Band dennoch auffällig aktiv – im Wacken United und der Metal Battle Lounge, in der sich Bands, Promoter und Journalisten begegnen, aber auch auf dem Zeltplatz, Backstage und auf Partys. Genau dafür lernte Willian als Jugendlicher überhaupt erst Englisch, erzählte er mir: „Ich wollte mit anderen Bands sprechen können. Deshalb habe ich Englisch gelernt – und ich bin froh, dass ich es getan habe." Ob daraus am Ende echte Kontakte werden oder nur Festival-Floskeln, weiß er selbst nicht genau: „Ich glaube, viele reden nur und bleiben dann doch nicht in Kontakt. Aber die Leute, mit denen ich gesprochen habe, sehen, dass ich es ernst meine." Sein Traum: irgendwann in Japan spielen, mit genau den Menschen, die er in Wacken kennengelernt hat. „Aber nichts ist versprochen. Das ist das Spannende daran."
Wie die meisten Metal Battle Bands war Given by the Flames zum ersten Mal in Wacken, finanziert per Crowdfunding. „Wir haben die Latte hoch gelegt und nicht damit gerechnet, dass wir das schaffen", berichtete Willian. Am Ende kam dann aber mehr zusammen als erwartet.
Der Tag des Auftritts im Finale des Metal Battle auf der W.E.T. Stage war von Anspannung und Aufregung geprägt. Die Erwartungen an Japan waren hoch, denn in den vergangenen Jahren gewannen zwei japanische Bands das Metal Battle Finale und belegten den 1. Platz: Sable Hills in 2022 und Phantom Excaliver in 2023.
Der Artist Shuttle holte die Band vom VIP-Camping ab und etwa zwei Stunden vor dem Auftritt erreichten sie den Backstage-Artist-Bereich. Für sie war ein Container reserviert mit Erfrischungen und Platz zum Umziehen, Schminken, Vorbereiten. Ihr Promoter Yutaro und weitere Freunde schauten vorbei. Im Backstage-Bereich ging es lebhaft zu. Mehr und auch weniger bekannte Bands kamen und gingen, jemand spielte Gitarre, Getränke wurden nachgefüllt, am Empfang herrschte reger Betrieb. Alle waren nervös und dann gab es einen Moment, als Willian sich komplett veränderte. Er war geschminkt und von da an kaum ansprechbar.
Der Artist Shuttle holte die Band pünktlich für den Soundcheck ab und die Unsicherheit vor dem Auftritt war groß: Wie groß wird das Schlagzeug sein? Wer ist für die Bühne zuständig? Klare Antworten gab es kaum. „Wir wussten nicht genau, was uns erwartet. Niemand hatte wirklich einen Ansprechpartner für die Bühne." Vorwürfe machte die Band trotzdem niemandem – vielleicht sei es einfach das, was passiert, wenn eine Band ohne großen Namen zum ersten Mal auf einer so großen Bühne steht. Ihre Konsequenz: „Man sollte immer einen Techniker mit im Team haben, der die Bühnentechnik und die Sprache wirklich versteht – egal, wie die Umstände sind.“
Fasziniert stand ich in der ersten Reihe vor der W.E.T. Stage und erkannte die Band kaum. Wo waren die freundlichen jungen Männer hin, die sich morgens über heißen Kaffee freuten? Given by the Flames zauberte eine Energie auf die Bühne, die mich zum Staunen brachte. Vor allem Willian mit seiner mal klaren, mal growling Stimme, den dunklen Augen und den langen Haaren hatte eine unglaubliche Bühnenpräsenz und flirtete mit der Kamera wie ein Profi.
Am nächsten Morgen hatte ich Gelegenheit, zwei Dinge mit Willian zu klären. Warum war er plötzlich so anders, nachdem er geschminkt war, und woher hat die Band ihre unglaubliche Bühnenpräsenz? Willian erklärte mir mit einem Zitat von Lemmy Kilmister, warum er, wenn er geschminkt ist, in seiner Rolle wie in einem Tunnel verschwindet: „If you're going to be a rock star, go be one. People don't want to see the guy next door on stage; they want to see a being from another planet." Das war ihm wahrlich gelungen und mich hat er damit völlig fasziniert.
Meine Metal Battle Bands aus Nahost, die mit mir nach Wacken gingen, waren von Wacken immer völlig überwältigt. So große Bühnen wie in Wacken gibt es in Nahost nur selten und sind für kleine Bands kaum erreichbar. Anders für GBTF. Willian zeigte mir Aufnahmen von Auftritten seiner Band aus Tokyo. Eine große Indoor-Bühne mit immersiven Raum-Projektionen in der kompletten Halle. Da wurde mir erstmalig bewusst, dass Wacken nicht für jede Metal Battle Band das ultimative Erlebnis ist, sondern dass verschiedene Länder mit unterschiedlichen Erfahrungen anreisen.
Am Ende reichte es für Given by the Flames zu Platz drei im weltweiten Finale. Ich freute mich für die Band, aber GBTF selbst hätte sich gerne als Sieger gesehen. Doch auf die Frage, was am meisten von Wacken bleibt, fiel die Antwort der Band überraschend leicht aus: nicht der Pokal, sondern neue Freundschaften. Und was fehlte? Mehr Zeit auf der Bühne, um sich noch besser präsentieren zu können – und Merchandise, der schneller ausverkauft war, als gedacht. Ich bin sicher, dass Given by the Flames ihren Weg machen werden. Wenn sie dann eines Tages Wacken und andere Festivals headlinen, dann werde ich stolz zusehen und sagen: Schau, vor zig Jahren saß ich mit ihnen in Wacken auf dem Campground und wir probierten Bananen mit Nutella.
Yutaro, der japanische Promoter, steht für mich für Höflichkeit und Bescheidenheit. Umso erstaunter war ich, als ich ihn beim Warm-Up-Barbecue zu Erics Performance tanzen sah!

Eric – der Mann, der Metalheads tanzen lässt
Ich kannte Eric Hutchence vor allem als meinen Promoter-Kollegen. Seit ein paar Jahren aber tritt er in der Metal Battle Community auch als DJ auf. Dieses Jahr sah ich ihn selbst als DJ das erste Mal live, als er auf der LKW-Stage den Metalheads einheizte.
Eric ist aber bereits seit rund 15 Jahren als Metal-DJ unterwegs. Angefangen hat alles eher beiläufig – mit Zwischensets zwischen Live-Bands bei lokalen Konzerten, während das Publikum auf den nächsten Act wartete. Später geriet das DJ-Dasein in den Hintergrund, weil er selbst Shows und eigene Open-Air-Festivals organisierte. Erst während Corona, mit viel erzwungener Zeit zu Hause, fing er wieder an – zunächst nur für sich, aus Spaß an eigenen Remixes. Als Organisatoren eines Festivals sich an seine alten Sets erinnerten und ihn nach Istanbul einluden, war klar: Das ist es, was er wieder machen will. Von da an lief es fast von selbst – ein Festival empfahl ihn dem nächsten.
Den Begriff „DJ" mag er für sich selbst eigentlich nicht: „Ich bin kein DJ im klassischen Sinn – eher ein Metal-Crossover-Act." Er legt keine Originalsongs auf, sondern ausschließlich eigene Remixes, gebaut, um Metal-Publikum zum Tanzen zu bringen. Eine Mischung aus Metal und elektronischer Musik, streckenweise mit Drum-and-Bass-Elementen. Sein Hauptinstrument ist ein Launchpad-Controller, den er sich gelegentlich wie eine Gitarre umschnallt; dazu ein Mikro, um mit dem Publikum zu interagieren. Kein Play-Knopf, sondern Live-Performance. Anders als eine Band mit festem Setlist reagiert er in Echtzeit auf das Publikum: „Das ist einer der wichtigsten Teile meiner Arbeit – flexibel zu bleiben, zu spüren, was diese Menge gerade braucht, um das Set im Moment anzupassen.“
Seine Sichtbarkeit wächst spürbar, sagte er – Schritt für Schritt. Früher wurde er eher als Lückenfüller zwischen Bands gebucht, inzwischen bekommt er auf manchen Festivals einen eigenen Slot mit richtiger Bühne, Bühnenpersonal und Backstage. Als Vorbild nannte er einen französischen DJ, der sich mittlerweile zu einem eigenständigen Bandprojekt entwickelt hat – für Eric ein mögliches Modell für die eigene Zukunft. Aktuell arbeitet er zudem an einem gemeinsamen Projekt mit einem befreundeten DJ, ein gemeinsamer Auftritt ist für den 2. Oktober in Sofia geplant.
Sein größtes Learning der letzten Jahre: klare Kommunikation im Vorfeld mit Veranstaltern, um Enttäuschungen zu vermeiden. Seine schlechteste Erfahrung erlebte er bei einem kleinen Festival in Polen, wo nach der letzten Live-Band kaum mehr als zehn Leute übrig blieben, als er auf die Bühne ging – er spielte trotzdem. „Es war komisch und ein bisschen traurig zugleich."
Die Metal-Battle-Promoter kennen Eric als DJ vor allem von der legendären Warm Up Party im World Metal Camp.
Internationale Metal-Heads treffen sich in Kaspers World Metal Camp
Eigentlich dachte ich immer, das World Metal Camp wäre für die Metal Battle Promoter und deren Bands entstanden, aber da musste Kasper mich korrigieren. Ich habe Kasper Molin 2014 kennengelernt, als er noch für den Wacken Metal Battle Dänemark verantwortlich war und Inhaber seines damaligen Unternehmens LiveScenen in Dänemark. In den letzten Jahren hat er neben anderen Geschäften auch die Verantwortung für das World Metal Camp in Wacken übernommen.
Jedes Jahr war ich neugierig auf das Camp, und in diesem Jahr auch auf Kaspers neues Motorrad (das ich bis jetzt aber immer noch nicht gesehen habe). Schon reizvoll, inmitten internationaler Fans zu campen. Aber Keramik-Toiletten und ein VIP-Shuttle überzeugten mich bislang immer, doch im VIP-Camping zu bleiben. Aber neugierig, wie ich bin, warf ich jedes Jahr einen Blick in das Camp, und dieses Jahr war es besonders. Besonders weit weg vom VIP-Camping und besonders schön angelegt. Mit großer Terrasse, einem Bereich mit Hängematten und einem großen Zelt für die alljährliche Warm-Up-Barbecue-Party – Dienstag, bevor es in Wacken richtig los geht. Der Grillmeister ist Kasper und natürlich legt Eric auf.
Kasper habe ich in diesem Jahr vor allem abseits der Bühne getroffen – beim Zusammensein im Infield, zwischen den Sets. Aber das eigentliche Gespräch über sein World Metal Camp führten wir später, per Videocall, als der Staub von Wacken sich schon gelegt hatte. Was er mir erzählte, hat mir eine Perspektive geöffnet, die ich vor Ort so nicht gesehen hätte.
Das World Metal Camp begann nicht als offizielles Wacken-Projekt, sondern als private Nachbarschaft zweier Reiseveranstalter: Kaspers eigenes Unternehmen und eine schwedische Reisefirma campten über Jahre nebeneinander, bis daraus offiziell das „Nordic Camp" wurde – anfangs rund 17 bis 18 Personen aus Dänemark, Schweden, Norwegen, den Färöer-Inseln und Island. Erst als das Konzept sich bewährte, bat man Kasper, es für alle internationalen Reisepartner zu öffnen. So wurde aus einer privaten Zeltnachbarschaft offiziell das World Metal Camp.
Die Anfänge waren mühsam: Eine feste, reservierte Fläche auf dem Festivalgelände gab es lange nicht – jedes Jahr musste neu verhandelt werden. Heute reisen Gäste unter anderem aus Südamerika an und wissen vorab, dass sie einen reservierten Platz haben und auf vertraute Gesichter treffen. Wer allein anreist, wird beruhigt: „Ich sage den Leuten immer, es ist kein Problem, allein zu kommen – man findet hier immer jemanden zum Zusammensitzen. Und das stimmt bisher immer." Gleichzeitig hält er es für menschlich nachvollziehbar, dass viele erst einmal Nähe zu Menschen aus dem eigenen Land suchen, bevor sie sich weiter öffnen.
Eine Idee, die bislang nie richtig funktioniert hat: die Metal-Battle-Bands direkt ins World Metal Camp einzubinden, damit sie mit der internationalen Fanbase in Kontakt kommen. In der Praxis scheiterte das bisher am Weg – die Bands campen im VIP-Bereich, zu weit entfernt, um etwa spontan mit Instrumenten vorbeizukommen. Auch dass andere etablierte Camps näher am VIP-Bereich liegen als das World Metal Camp, kann sich Kasper bis heute nicht erklären – vermutlich schlicht eine Platzfrage, auf die er selbst keinen Einfluss hat.
In diesem Jahr war die Lage nach eigener Aussage ungewöhnlich gut: ein eigener Kaffeestand ab Mittwoch, Strom zum Aufladen der Handys – „fast schon luxuriös" im Vergleich zu den beiden Vorjahren. Auf die Frage, ob die internationale Durchmischung tatsächlich funktioniert, antwortete er ehrlich: Die meisten Gäste bleiben zunächst in ihren Länder- bzw. Reisepartnergruppen, treffen sich aber alle bei den gemeinsamen Programmpunkten – etwa der oben genannten, inzwischen legendären Warm-Up-Barbecue-Party. Diese Tradition entstand vor rund 20 Jahren aus einem einmaligen, kleinen Grillabend und ist seither stetig gewachsen – ein Jahr ging sogar das Essen aus. Kaspers liebste Erinnerung daran: ein Abend mit gutem Wetter, guter Stimmung, Eric als DJ am späten Abend, und ein Reisepartner, der begeistert zu ihm kam und sagte, genau das sei „das Wacken-Gefühl" – alle Sorgen von zu Hause für einen Moment vergessen, eine große gemeinsame Party.
Wer keinen Platz über einen Reisepartner gebucht hat, ist ab Mittwoch trotzdem willkommen, wenn noch Kapazität frei ist – das Camp ist keine geschlossene Veranstaltung. Auch das Festival selbst investiert nach seinen Worten zunehmend in die Infrastruktur des Camps, etwa mit Bodenbelag und einer PA-Anlage.
Das alles ist jetzt genau einen Monat her – was bleibt?
In den sozialen Medien kursieren Begriffe wie Festival-Blues, Wacken-Blues. Ein Loch, in das man im Alltag fällt, wenn man von Festivals wie Wacken zurück ist. Und tatsächlich holt einen der Alltag schneller ein, als erwartet. Ich frage mich, ob Given by the Flames tatsächlich seine Begegnungen nachhalten konnte und mit ihnen noch in Kontakt steht? Japan ist weit. Auf Instagram gibt es fantastische Bilder vom Metal Battle, Interviews als Drittplatzierter im Finale und Gratulation der offiziellen Metal Battle Seite. Willian berichtet mir, dass sie nach ihrer Rückkehr in Tokyo zwei Konzerte gespielt hätten, eines davon als Headliner. Auf Instagram promoten sie, dass Given by the Flames das Feuer zurück nach Tokio gebracht hat und zeigt ein Video-Snippet aus ihrem Gig. Der japanische Promoter Yutaro bestätigt das und ergänzt, dass die Konzerte ein Erfolg für die Band waren. Zudem stehe mit der Band ein Interview für ein bekanntes Metal-Magazin an, dem Young Guitar. Für sich selbst sagt der, dass er das Gefühl habe, dass der Metal Battle in Japan an Bedeutung gewinne. Er macht das daran fest, dass er nach seiner Rückkehr verstärkt darauf angesprochen wurde. Yutaro führt das unter anderem auf die Interviews zurück, die mit den Promotern direkt vor dem Auftritt ihrer Band aufgenommen und gestreamt wurden.
Auch Eric hat mir geantwortet. Direkt nach Wacken ging es für ihn weiter nach Amsterdam für einen Clubgig, dann das erste Mal zum Alcatraz Festival in Belgien: „Riesig und richtig cool." Der Höhepunkt für ihn: die Begegnung mit mehreren Artists, darunter Evan Seinfeld von Biohazard. Die beiden haben sich auf eine Zusammenarbeit verständigt, die aktuell in Arbeit ist. Kaum zurück zu Hause, spielte Eric bereits das nächste große Festival am Meer, gemeinsam mit Dead By April und den 69 Eyes.
Von Kasper sehe ich in den sozialen Medien vor allem seine Motorrad-Ausflüge und den Auftritt mit seiner eigenen Band Maiden Aalborg.
Auch mich hat der Alltag wieder. Und wie jedes Jahr gibt es Begegnungen und Projekte, die bleiben, wie das Schreiben für The Metalist, und andere, die flüchtig waren oder nur in Wacken Bestand haben. Es ist komisch für mich, nicht mehr zu den Promotern zu gehören und Wacken anders zu erleben. Das öffnet mir neue Möglichkeiten und Projekte, aber es ist auch Wehmut dabei. Mich tröstet aber, dass ich den Metal Battle und das Festival weiterhin als Journalistin begleiten kann – und so freue ich mich auf ein neues Kapitel rund um Wacken.
Zweitveröffentlichung. Original auf The Metalist (Link folgt)
Fotos: @YvanAnhell


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